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Aktuelles | 27.03.2026 14:09

Verkehrssicherheit ist kein Experimentierfeld

Verkehrssicherheit ist kein Experimentierfeld

Die angekündigten Veränderungen in der Führerscheinausbildung werden als Fortschritt dargestellt. Doch Fortschritt darf nicht heißen, bewährte Grundlagen der Verkehrssicherheit aufzugeben.
Die Annahme, dass mit deutlich weniger Ausbildungsaufwand das gleiche Sicherheitsniveau erreicht werden kann, ist kein belegtes Konzept – sondern ein Risiko.

Besonders unverständlich ist, dass die Landesverkehrsministerien den Reformideen aus dem Bundesverkehrsministerium offenbar nahezu geschlossen und unreflektiert folgenund dies nun auch durch die gestrigen Beschlüsse der Verkehrsministerkonferenz erneut bekräftigt haben.
Das geschieht trotz zahlreicher fachlicher Hinweise und deutlicher Bedenken aus der Verkehrssicherheitsarbeit.

So warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ausdrücklich vor einzelnen Maßnahmen, insbesondere vor dem Wegfall des Theorie‑Präsenzunterrichts. Der DVR ist keine Interessenvertretung der Fahrschulen, sondern eine unabhängige Institution, in der Bund, Länder, Sozialversicherungsträger, Wissenschaft, Automobilclubs und Verkehrsexperten gemeinsam arbeiten – mit einem einzigen Auftrag: die Verkehrssicherheit in Deutschland zu erhöhen und Unfallzahlen nachhaltig zu senken.

Wenn selbst eine den Verkehrsministerien nahestehende, fachlich anerkannte Institution diese Reformen kritisch bewertet, stellt sich zwangsläufig die Frage, warum diese Einschätzungen politisch offenbar keine Rolle spielen.
Verkehrssicherheit entsteht nicht durch Vereinfachungen oder politische Symbolik, sondern durch fundierte Ausbildung, persönliche Anleitung und pädagogische Verantwortung.

Reformen brauchen Mut.
Aber sie brauchen vor allem Fachwissen, kritische Reflexion und die Bereitschaft, auf Experten zu hören.
Wer all das beiseiteschiebt, muss sich ehrlich fragen lassen, ob Abstriche bei der Verkehrssicherheit inzwischen bewusst in Kauf genommen werden.


 

Aktuelles | 01.03.2026 14:53

Unsere Haltung zur Reform der Fahrausbildung

Unsere Haltung zur Reform der Fahrausbildung

In den vergangenen Wochen werden vermehrt Stimmen laut, die dafür plädieren, den aktuellen Reformplänen mit „Kompromissangeboten“ zu begegnen – in der Hoffnung, dass es am Ende „nicht ganz so schlimm“ kommt.

Diesen Weg halten wir nicht für zielführend.

Wir sind von unseren fachlichen Inhalten, unserer pädagogischen Verantwortung und unserer Haltung zur Verkehrssicherheit zutiefst überzeugt.
Wer Qualität, Sicherheit und Professionalität ernst nimmt, sollte diese Positionen nicht vorsorglich abschwächen, um politische Entscheidungen abzufedern.

Wenn eine stark reduzierte oder abgespeckte Reform gewollt ist, dann ist das eine politische Entscheidung, die auch politisch verantwortet werden muss.
Sie wird nicht besser, indem wir unsere fachlichen Überzeugungen relativieren oder verwässern.

Uns ist bewusst, dass nicht alle diesen Ansatz teilen.
Wir respektieren jede Position und verstehen auch die Beweggründe hinter anderen Strategien.
Unser Verständnis dafür endet jedoch dort, wo aus Sorge vor politischen Entscheidungen fachliche Grundsätze aufgegeben werden.

Unsere Aufgabe sehen wir darin, klar, fachlich fundiert und konsequent für das einzustehen, was wir für richtig halten – unabhängig davon, ob es bequemer wäre, es anders zu tun.

Lesen Sie unter den folgenden Links weitere Details:

Unsere Haltung zur Führerschein Reform

10 Argumente für Sicherheit, Qualität und soziale Verantwortung

 


 

Aktuelles | 12.02.2026 19:47

Verkehrssicherheit und Fahranfängervorbereitung

Aus Sicht der Verkehrssicherheit bereiten uns die aktuell diskutierten Reformpläne zur Fahrausbildung erhebliche Sorgen – insbesondere mit Blick auf die Fahranfängerausbildung. Fahranfängerinnen und Fahranfänger stellen seit jeher die unfallträchtigste Gruppe im Straßenverkehr dar. Gerade deshalb ist die Qualität ihrer Ausbildung ein zentraler Baustein der Präventionsarbeit und darf nicht primär unter Kosten- oder Vereinfachungsgesichtspunkten betrachtet werden.

Die vorgesehenen Maßnahmen – wie die weitgehende Verlagerung der theoretischen Ausbildung in das Selbststudium, die Reduzierung verbindlicher Ausbildungsinhalte und -umfänge, verkürzte Prüfungszeiten sowie die Öffnung der praktischen Ausbildung für Laien – schwächen aus unserer Sicht genau jene Elemente, die nachweislich zur Verkehrssicherheit beitragen: pädagogische Begleitung, systematische Gefahrenwahrnehmung, wiederholte Exposition gegenüber komplexen Verkehrssituationen und professionelle Rückmeldung durch qualifizierte Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer.

Fahrausbildung ist mehr als das Bestehen einer Prüfung. Sie vermittelt Einstellungen, Verantwortungsbewusstsein und Handlungssicherheit in Situationen, die für ungeübte Verkehrsteilnehmer lebensentscheidend sein können. Eine Ausbildung, die diese Aspekte zugunsten von Flexibilisierung und Kostensenkung zurückdrängt, riskiert, dass Defizite erst im realen Straßenverkehr sichtbar werden – dann jedoch ohne Schutzraum und ohne Korrektiv.

Wir sehen daher die Gefahr, dass die geplanten Änderungen nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu einer Verlagerung des Risikos führen: weg vom Ausbildungssystem und hin zu den Fahranfängern selbst – und damit letztlich zu Lasten aller Verkehrsteilnehmer.

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